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Das Pressebüro Hans Wagner
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MARTIN LUTHER

Luther-Anschlag vor 495 Jahren – der Reformator und seine Botschafterin Käßmann

Martin Luther, der große Reformator ist absolut zeitgemäß. Seine „Hauptpredigt gegen den Trunk“ vom Sonntag Exaudi, den 18. Mai 1539, zeigt es. Hierin wettert er heftiger als jede heutige Drogenbeauftragte gegen „die vollen Säue“ und das Saufen schlechthin. Er bekommt auch eine zeitgemäße Botschafterin, wenn in fünf Jahren der runde, der 500. Geburtstag des Reformationsauftaktes gefeiert wird: Die bekennende Weintrinkerin und im Suff gestrauchelte Bischöfin Margot Käßmann wurde von der Evangelischen Kirche auserkoren.

PB-HW - In wenigen Tagen jährt sich Martin Luthers Reformationsauftakt zum 495. Mal: Es war der 31. Oktober 1517, als der Augustinermönch Martin Luther, 34, seine 95 Thesen zu Gott, Welt und Religion an die Nordtüre der Schlosskirche zu Wittenberg nagelte. Sie richteten sich ganz besonders gegen die Missbräuche beim sogenannten Ablasshandel. Gegen Geld konnte man sich seinerzeit von „Sünden“, die die Kirche definierte, freikaufen. Der Christengott wurde zum Händler und Krämer degradiert.

Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt

Das Buch zu Mitochondrien und Gesundheit: Neben Ich: Wieviele sind wir wirklich?

Als junger Mönch geißelte Luther dieses „gute Geschäft“, welches die Kirche mit der Angst ihrer gläubigen Schäflein vor dem „Fegefeuer“ machte. Der Papst sei dadurch zu einem schwerreichen Mann geworden, reicher als alle anderen.

Hintergrund: Der Herrscher auf dem Stuhl Petri beanspruchte und bekam die Hälfte all der Einnahmen aus dem geldgeilen Ablasshandel. Dieser war übrigens durch einen eigenen Werbespot zu einem Kassenfüller der Kirche geworden. Der Spruch ließ an Dreistigkeit und Lästerlichkeit nichts zu wünschen übrig. Er lautete: „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt“. Formuliert hatte ihn der Dominikanermönch Johann Tetzel. Luther schrieb: „Diese freche Ablaßpredigt macht es auch gelehrten Männern nicht leicht, das Ansehen des Papstes vor böswilliger Kritik […] zu schützen“ These 81

Martin Luther schlug in Wittenberg an der Elbe Thesen an. Doch daraus wurde am Ende ein Anschlag auf die Einheitskirche. Die Reformation nahm ihren Lauf. Es gab schließlich zwei Kirchen statt einer. Hier die evangelische von Luther geprägte, dort die katholische, die dem Papst folgte. In den europäischen Ländern, Fürstentümern und Reichen bestimmte später der jeweilige Herrscher, zu welcher der beiden Kirchen sich seine Untertanen zu bekennen hatten. Nicht wenige verließen deshalb damals ihre Heimat, wenn sie sich nicht dem verordneten Glauben beugen mochten.

In fünf Jahren feiert die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) 500 Jahre Reformation. Der Thesenanschlag und das Wirken Luthers werden in großem Stil gewürdigt: 2017 jährt sich dieser Thesenanschlag zum 500. Mal. Die Feiern werden lange kein Ende nehmen. Schließlich gibt es für Kirchen in unserer Zeit nicht mehr allzu viel zu feiern.

Martin Luther war eine Jahrtausendgestalt. Er hat durch sein Hinterfragen der kirchlichen Moral tiefgreifende Reformen in der Liturgie ausgelöst, er hat die lateinische Bibel ins Deutsche übersetzt, die Kirchensprache mit der des Volkes verbunden. Dadurch hat er das Abendland verändert und weiten Teilen Europas und der Welt eine Alternative zum Katholizismus eröffnet.

Martin Luther, der bekannteste und erfolgreichste Politikverdrossene Europas

Davon wird viel die Rede sein, wenn in fünf Jahren die EKD ihren Gründervater feiert. Es gibt allerdings auch noch einen anderen Luther, von dem wird wohl weniger die Rede sein, obwohl er äußerst zeitgemäß ist. Das ist der Luther, der sich gegen Heuchelei, gegen moralischen Verfall und vor allem gegen eine Obrigkeit wandte, die sich in seinen Augen schamlos verhielt und dem Volk kein Vorbild war. Er prangerte die Verlotterung der Sitten an. Das „Wasser predigen und Wein trinken“.

Luther nahm kein Blatt vor den Mund, auch nicht gegenüber der Obrigkeit. Er war erkennbar politikverdrossen – Luther war der bekannteste und berühmteste Politikverdrossene Deutschlands und ganz Europas. Und er ist noch heute höchst aktuell. Viel energischer und deutlicher als jede Drogenbeauftragte der Bundesregierung es tun würde, prangerte er moralische Missstände an, wie zum Beispiel das übermäßige Trinken, das er aufs Korn nahm. Auch hier las er den Herrschenden kräftig die Leviten.

Luthers Predigt gegen den Suff in der Buchneuerscheinung „Neben Ich“

„Luther predigte wortgewaltig in der ihm eigenen derben Sprache, die ihn berühmt gemacht hat: In Deutschland werde zu viel gesoffen, und zwar in allen Ständen, nicht nur bei den Bauern, sondern auch an Fürstenhöfen“, heißt es in dem gerade neu erschienenen Buch Neben Ich. Wieviele sind wir wirklich? .

Darin ist zu lesen: „In seiner Predigt am Sonntag Exaudi, den 18. Mai 1539, rief er zur Umkehr auf und forderte von der Obrigkeit, die übermäßige Trinkerei einzudämmen. ‚Lieben Brüder, seid mäßig und nüchtern zum Gebet‘, zitierte er aus den Worten des Apostels Petri, Epistel 1, viertes Kapitel“.

Luther habe in dieser Sonntagspredigt mit den Worten des Apostels dazu aufgefordert, „dass sich die Christen sollen enthalten der […] fleischlichen Lüste […], des wüsten, unordentlichen, heidnischen Saulebens in Fressen, Saufen, Trunkenheit etc.“ Petrus mahne, sie sollten nüchtern sein und beten. Sie sollten ihr „heidnisch ruchloses Luderleben“ aufgeben.

Christen dürften nicht „faul und schläfrig sein und keine vollen und tollen Säue“, die sich um nichts kümmerten und nicht mehr wissen, „was sie zu tun“ hätten. Nämlich „wacker und nüchtern sein“, Gottes Wort zu folgen und zu beten.

Nicht als „eine volle Sau und ein täglicher Trunkenbold“ sein Leben zubringen

Ein ums andere Mal gebraucht Martin Luther in dieser als „Hauptpredigt gegen den Trunk“ bekanntgewordenen Mahnrede jene scharfen Worte. Immer wieder zitiert er Petrus, der von einem Christenmenschen verlange, „seinen Leib mäßig und nüchtern“ zu halten und nicht als „eine volle Sau und ein täglicher Trunkenbold“ sein Leben zuzubringen. Solche Menschen taugten zu nichts.

Luther prangerte den Adel an, der kein Vorbild sei und es noch ärger treibe als die Bauern. „Fürsten und Herren“ würden sich „nicht mehr schämen“, sondern ganz im Gegenteil die übermäßige Trinkerei „zur Tugend“ erheben: „Wer nicht mit ihnen eine volle Sau sein will, der wird verachtet.“

Prediger Luther klagte an, schon würden auch Frauen zu saufen beginnen, die Unzucht und das Laster griffen um sich. Ehebruch, Hurerei, Unzucht, Feindschaft, Hader und Mord seien die Folge. Er zitiert den Apostel Paulus, der davor schon eindringlich gewarnt habe.
Die Predigt klingt aus in einer Art Appell an den menschlichen Verstand. Allerdings wird deutlich, dass sich Luther keine allzu großen Hoffnungen macht, dass in dieser trunkenen Zeit des Mittelalters davon noch viel übrig sei.

Die Menschen sollten beten. Aber sie müssten wenigstens dazu nüchtern sein. Jedoch sei „bei den Schwelgern und trunkenen Säuen die Vernunft begraben“. Ihnen sei es deshalb nicht einmal mehr möglich zu beten und den Herrn anzurufen. Sie hätte bereits „der Teufel geholt (gewunnen) und gefressen, wenn er will.“

Wie gesagt, davon wird kaum die Rede sein bei den 500-Jahrfeiern der EDK für den großen Reformator.

Auf die Käßmann-Predigt „Nichts ist gut im Promillewahn“ wird noch gewartet

Aber es wird eigens eine Botschafterin für die Lutherzeit und das Lutherjahr geben. Mit der bekennenden Weintrinkerin und im Suff gestrauchelten Bischöfin Margot Käßmann hat man von Seiten der Kirche wohl die Richtige gefunden. Auf ihre Predigt „Nichts ist gut im Promillewahn“ wird noch gewartet.

Die prominente Theologin, einstige Bischöfin und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), ist am Freitag 27. April 2012 in Berlin in ihr neues Amt als Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland für das Reformationsjubiläum eingeführt worden. Bis 2017 soll sie für die Ideen Luthers und deren Aktualität werben. Käßmanns erste Forderung lautet: „Selbst denken!“ Glauben sei nicht Moralinstanz, sagte sie u.a. in ihrer Predigt in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, sondern „radikale Freiheit zur Einmischung in die Welt“.

Alle Luther-Zitate aus: Neben Ich. Wieviele sind wir wirklich?, erschienen in www.Eurasischerverlag.de September 2012, 404 Seiten, ISBN 13 978-3935162043, 19,90 Euro. Erhältlich bei: www.starkesleben.de oder im Buchhandel.

23.10.2012

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