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PSEUDO-MEDIZIN

Das Märchen der Vegetarier vom besiegten Prostatakrebs

Wer sich als Mann nur immer brav fleischfrei ernährt, kann den gefürchteten Prostatakrebs vergessen. Diese Behauptung ist einer aktuellen Mitteilung des Vegetarierbunds (Vebu) zu entnehmen. Doch das ist ein frommes Märchen. Die Entstehung eines Karzinoms auf einen einzigen Faktor zurückführen zu wollen, ist falsch, so die Experten der Gesellschaft für Urologie und des Robert Koch-Instituts.

PB-HW - 08.02.2014 – Obwohl es dafür keinerlei Beleg gibt, behauptet die Vegetaristenorganisation Vebu, dass fleischlose und zuckerarme Ernährung Prostatakrebs verhindert. Wörtlich heißt es in einer am Freitag, 07. Februar vom Vegetarierbund verbreiteten Meldung: „Wer sich den Großteil seines Lebens pflanzlich ernährt und dabei auf viel Fett und Zucker verzichtet, muss kaum mehr Prostatakrebs fürchten.“

Vegetarierorganisationen verbreiten häufig derartige Meldungen über höhere Lebenserwartungen von Vegetariern und Veganern, sogar über deren Fruchtbarkeit oder ihre sexuelle Leistungsfähigkeit usw. Immer wieder sendet Vebu solche Meldungen über angebliche Wunderwirkungen von vegetarischer und veganer Ernährung an die Medien. Dabei nimmt man es offenbar mit der Auslegung und Interpretation von Studienergebnissen nicht immer allzu genau. Kaum je werden diese Behauptungen hinterfragt. Da fleischlos als Trend gilt, gelten offenbar auch die Folgerungen, die Vegetaristen aus ihrer einseitigen Ernährung ableiten, als gut und richtig, und man nimmt ihnen fast alles ab. Dabei weisen Fachleute darauf hin, dass häufig der gesamte Lebensstil von Vegetaristen auf Schonung angelegt ist. Ernährung und auch das Genussverhalten unterscheiden sich demnach von denen der großen Mehrheit der Bevölkerung in erheblichem Umfang. Weltweit können und wollen sich offenbar immer weniger Menschen einen solchen Lebensstil leisten: Vegetarismus ist die Religion der Satten.

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Der Frage, was es nun mit fleischloser Ernährung und Prostatakrebs wirklich auf sich hat, ist das Online-Gesundheitsmagazin www.medizin-welt.info nachgegangen. Zu der von Vebu verbreiteten Meldung hat Medizin-Welt bei der Deutschen Gesellschaft für Urologie nachgefragt, also dort, wo man sich am besten mit Prostata-Krebs auskennt. Befragt wurde Prof. Dr. med. Oliver Hakenberg, Generalsekretär der Gesellschaft und Direktor der Urologischen Klinik und Poliklinik der Universität Rostock. Medizin-Welt wollte wissen: „Ist die Aussage des Vegetarierbunds zutreffend, dass das Risiko für Vegetarier, an Prostatakrebs zu erkranken, um bis zu 27-mal geringer ist als das von Nicht-Vegetariern? Kann man durch die Umstellung seiner Lebensweise auf vegetarische Kost sein Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, tatsächlich um nahezu ein Drittel reduzieren?“

Trotz Forschung wenig über Risikofaktoren für Prostatakrebs bekannt

Oliver Hakenberg erkennt an, dass eine vegetarische Ernährung durchaus ein gesundheitsfördernder Faktor sein kann. Aber der Medizinprofessor stellt auch klar: „Dass eine strenge vegetarische Ernährung das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, um soundsoviel Prozent verringern würde, ist […] unwissenschaftlich. Die Bedeutung der Ernährung darf nicht überschätzt werden, andere Faktoren spielen auf jeden Fall auch eine Rolle.“ Zu der vom Vebu verbreiteten Meldung sagt Klinikdirektor Hakenberg: „Die Begeisterung der Vegetarier in allen Ehren, aber diese Meldung ist wissenschaftlich so nicht haltbar.“

Studien hätten zwar gezeigt, dass das Prostatakarzinom eher bei Personen in westlichen Ländern auftrete, bei denen ein hoher Fleischkonsum die Regel sei, also in Europa und den USA zum Beispiel. In Japan und China sei der Krebs seltener. Doch, so Hakenberg: „Auch Chinesen und Japaner leben nicht vegetarisch, das Risiko von chinesischen und japanischen Auswanderern in die USA steigt schon in der ersten Generation in den USA deutlich an, Prostatakrebs zu entwickeln, obwohl die Ernährungsweise der Heimat in der ersten Generation allermeist erhalten bleibt.“

Die Ursachen für das Prostatakarzinom kann also nicht auf eine Ernährungsweise reduziert werden. Zu den Gründen dafür, ein Prostatakarzinom zu bekommen, erklärt das Robert Koch-Institut , dass es auch Ernährungseinflüsse geben könne. Aber: „Bisher sind die Ursachen für die Entstehung des Prostatakarzinoms und die den Verlauf beeinflussenden Faktoren trotz umfangreicher Forschung im Wesentlichen unbekannt. Eine Häufung der Erkrankung unter nahen Angehörigen ist inzwischen als Risikofaktor belegt, ohne dass bereits Klarheit über beteiligte vererbbare Genveränderungen besteht. Eindeutig ist auch die Rolle der männlichen Geschlechtshormone (Androgene), ohne die es nicht zur Entwicklung von Prostatakrebs kommt.“

Die Begeisterung für den Vegetarismus scheint inzwischen weiter nachzulassen. Jedenfalls werden immer öfter auch kritische Stimmen laut. Nicht nur der in den Medien vielzitierte Blog-Beitrag von Felix Olschewski Verursachen Vegetarier mehr Blutvergießen als Fleischesser? sondern auch Stimmen in weiteren Artikeln und Büchern zurVegetarischen Utopie.

08.02.2014

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