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WALENKI

Walenki: Unerbittlich gegen Kälte

Walenki sind ideal bei bitterer Kälte. Es sind Filzstiefel in des Wortes ursprünglicher Bedeutung: Das Material ist reiner Wollfilz und sonst nichts. Sie hüllen die Füße ein mit einer dicken, warmen und natürlichen Packung, die selbst bei 40 Grad minus noch angenehme Fußtemperaturen garantiert

PB-HW - Ob Jäger, Sammler, Angler oder Wachposten – wenn die Füße kalt sind, ist doch alles nichts. Deshalb gehören Walenki zu Russland wie der Wodka oder die Matrjoschka. Jährlich kaufen die Russen fünf Millionen Paar der Filzstiefel. Und inzwischen finden sie in ganz Eurasien immer mehr Freunde. Auch Deutschland ist ein wichtiges Absatzgebiet geworden.

Das ist die frohe Botschaft für alle, die auf die Pirsch gehen, auf dem Ansitz bei klirrender Kälte bewegungslos ausharren, für Waldarbeiter, Soldaten und Eisenbahner, für Parkplatzwächter und Verkehrspolizisten: man kann die legendären Stiefel jetzt auch in Deutschland beziehen. (z. B. bei www.starkesleben.de).

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Bei nassem Wetter mit Galoschi

Walenki sind ursprünglich ohne Sohle. So werden sie bei Frost und auch im tiefgefrorenen Schnee getragen. Weil aber die wunderbar leichten, sohlenlosen Stiefel bei Nässe schnell durchfeuchten, benutzt man bei Schneematsch „Galoschi“ – das sind Überschuhe aus Gummi.

So werden sie heute auch überall angeboten. Als sohlenlose Stiefel und dazu in der passenden Größe die Gummigaloschen. Es gibt sie aber auch mit derber Gummisohle. Damit sind sie etwas schwerer und die Leichtfüßigkeit nimmt ab. Aber in schwerem Gelände, in dem es auch auf Standsicherheit ankommt, sind diese Ausführungen zu empfehlen.

Den russischen Walenki werden auch ein paar heilende Wirkungen nachgesagt. Bei Erkältungen zum Beispiel, bei Rheuma oder geschwollenen Beinen soll man sie auf die nackten Füße ziehen. Die feinen Wollfäden des Filzes stimulieren den Blutkreislauf und damit auch das Immunsystem.

Russen gehen bei Grippe damit ins Bett

Der Moskau-Korrespondent Ulrich Heyden berichtet: „Russen schätzen die heilende Wirkung des Filzes besonders. Wer Grippe hat und sich abends mit den Stiefeln ins Bett legt, wacht morgens fast gesund wieder auf, so erzählt man. Und das ist noch nicht alles. Walenki erhöhen die Potenz, versichern die Frauen. Auch wer eine neue Wohnung bezieht, denkt zunächst an seine Filzstiefel. Man trägt die Walenki in das neue Wohnzimmer. Dort stellt man sie ab, damit der „Domowoj“ (Hausgeist) aus den Stiefeln schlüpfen und die neue Herberge in Besitz nehmen kann.

Walenki sind Filzstiefel ohne Naht, die aussehen, als wären sie aus einer Form gegossen. Das Wort Walenki (Betonung auf dem „a“) kommt vom Russischen „waljat“ (walken). Zur Herstellung von einem Paar Walenki werden ungefähr zweieinhalb Kilo Wolle verbraucht.

Walenki werden gerne verschenkt

Damit Opa und Opa nicht mit kalten Füßen in ihren Sesseln oder im Rollstuhl sitzen müssen, werden ihnen Walenki auch gerne verschenkt. Sie sind unproblematisch, nicht mit Gefahrenpotentialen versehen wie Heizdecken oder elektrische Fußwärmer in Sackform. Und man ist mit den Walenki jederzeit mobil – wen es zum Essen geht etc.

Für Walenki braucht man keine Übergröße zu bestellen, es sind keine extra dicken Socken vonnöten. Viele schlüpfen ohnehin barfuss hinein. Wichtig ist bei der Bestellung, neben der normalen Schuhgröße noch die „Fußvermessung“ von der Ferse bis zur großen Zehe. Dann passen sie ganz sicher. Das weiche Material ist leicht und bequem- und somit vielseitig einsetzbar, um sich vor Kälte zu schützen. Es ist vielleicht die wärmste Fußbekleidung der Welt. Kälte hat keine Chance. Und das ist gut so, sagt doch schon der Volksmund: „Kopf kalt und Füße warm, das macht den besten Doktor arm!“

Wie das Filzwunder entsteht

Walenki bestehen aus gewalkter Schafwolle, wie sie auch bei den mongolischen Jurten zur Anwendung kommt. Die Anfertigung von Hand beschreibt Ulrich Heiden so: „Man legt die gereinigte und gekämmte Schafswolle zu einer Form aus, die einem dicken „T“ ähnelt. Das Wollstück ist doppelt so groß wie das gewünschte Endprodukt.

Um das Material zu verdichten, wird die Wolle mit einem Holzstab auf einem geriffelten Brett gewalkt. Dann wird das „T“ zusammengeklappt und die Randstücke werden ebenfalls miteinander verwalkt. Schließlich wird heißes Wasser über das Rohmaterial gegossen, damit sich die Wollfäden noch stärker ineinander verhaken. Dann treibt der Hersteller runde Holzleisten in die halbfertigen Stiefel und stellt sie in die Hitzekammer seines russischen Ofens im Wohnzimmer. Hier schrumpfen die Walenki sechs Stunden lang auf ihre Originalgröße. Schließlich schleift er den Filz mit Bimsstein ab, so dass die Oberfläche schön glatt wird.“

Natürlich werden Walenki seit langem auch fabrikmäßig hergestellt. Anders wäre es gar nicht möglich, den russischen Millionenmarkt zu versorgen. Und für die Ausländer soll ja auch noch was übrig bleiben. Mit der Öffnung zum Westen haben nicht nur Zedernüsse und Russendisko, Wissenschaftler, Boxer und Schönheitsköniginnen den Weg nach Westen gefunden, sondern auch die zwar derben, aber als Kälteschutz unschlagbaren Filzstiefel.




08.12.2008

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