Ringstraße 10
85250 Altomünster
Tel.: 08254 - 85 70 / Fax: 08254 - 16 46
E-Brief: post@pb-hw.de

Suche
Suchen

RSS-Feed

RSS Icon FirefoxRSS Icon

Über uns

Das Pressebüro Hans Wagner
veröffentlicht regelmäßig Nachrichten aus den Bereichen Kultur, Wirtschaft, Politik, Gesundheit und Reise.

Honorarfreie Beiträge sind als solche gekennzeichnet und können bei korrekter Quellenangabe einfach übernommen werden. Bei kostenpflichtigen Artikeln ist Rücksprache erforderlich.

Kontakt

Ringstraße 10
85250 Altomünster

Tel.: 08254 - 85 70
Fax: 08254 - 16 46

post@pb-hw.de

WALDMEISTERZEIT

Zeit der Maibowle: Was bei der Zubereitung mit dem duftenden Waldmeisterkraut zu beachten ist

Herrliches Aroma, verführerische Wirkung – die Maibowle aus Wein und Waldmeisterkraut gehört für viele zum Wonnemonat wie der Flieder und die Apfelblüte.

PB-HW - Doch wie macht man die Bowle richtig – und sind ihre Inhaltsstoffe unbedenklich? Das nachfolgende Rezept für das herrlich mundende Gebräu stammt von einer wirklichen Expertin: Prof. Dr. Gabriele M. König vom Institut für Pharmazeutische Biologie der Universität Bonn.

Maibowlen-Rezept für vier bis sechs Personen

Zutaten: Ein kleiner Bund Waldmeisterkraut (drei Gramm Kraut je Liter Bowle), den man einige Zeit welken hat lassen. Dazu zwei Flaschen (0,7 Liter) trockener Weißwein, eine Flasche (0,7 Liter) trockener Sekt, Zucker nach Geschmack. Zur Vorbereitung der Bowle stellt man eine Art Konzentrat her: Der Waldmeister entwickelt sein Aroma erst, wenn er nicht mehr ganz frisch ist. Deshalb soll man ihn anwelken lassen. Danach gießt man den Wein einer Flasche in ein verschließbares Gefäß, gibt den Waldmeister und maximal drei Teelöffel Zucker dazu, deckt das Gefäß ab und stellt es 24 Stunden kalt. Für die Bowlenzubereitung geht man dann folgendermaßen vor: Die zweite Flasche Wein und den Sekt in ein schönes Bowlengefäß aus Glas gießen und mit etwa einem Drittel des Konzentrates vermischen. Abschmecken und je nach Geschmack noch Konzentrat und Zucker zugeben.

Das Buch zu Mitochondrien und Gesundheit: Neben Ich: Wieviele sind wir wirklich?

Der Waldmeister gehört zu einer großen Pflanzenfamilie

Über das Waldmeisterkraut (Asperulae odoratae herba) verrät Frau Prof. König: „Es gehört zur Familie der Rubiaceae, der Rötegewächse, einer der größten Familien von Blütenpflanzen. Zu ihnen gehört das bei Landwirten unbeliebte Labkraut (ein Ackerunkraut), die Zierpflanze Gardenie und auch der Kaffeestrauch. Waldmeister wird bis zu 35 Zentimeter hoch, wächst vor allem in feuchten, schattigen Buchenwäldern, wo er im Mai und Juni weißliche Blüten bildet.“

Über die medizinische Wirkung sagt die Expertin. „Waldmeister findet in der Volksmedizin seit langem Anwendung bei Nervosität und Unruhe. Auch gegen Schmerzen im Bereich von Magen, Leber und Galle, sowie bei Venenschwäche, Durchblutungsstörungen und Hämorrhoiden wird er angewandt. Belege einer Wirksamkeit der Droge Waldmeisterkraut für diese Anwendungsgebiete sind nicht bekannt. Eine therapeutische Verwendung ist daher nicht zu befürworten.“

Sein Heuduft macht den Waldmeister so begehrt

Der hervorstechende Bestandteil in der Waldmeisterdroge ist das Cumarin. Laut Prof. König ist es in insgesamt etwa 70 Pflanzen enthalten. Dabei handle es sich um farblose Kristalle, die den typischen Vanillegeruch (Heuduft) von Waldmeister verursachen. Dieser Duft sei auch der Grund dafür, warum die Maibowle so beliebt ist.

Leider hat der Waldmeisterduft auch einen unangenehmen Beigeschmack. Frau Prof. König: „Der Zusatz von Cumarin zu Lebensmitteln ist verboten, da die Möglichkeit einer Kanzerogenität gegeben ist - d. h. Cumarin steht im Verdacht krebserregend zu sein. Dafür gibt es aber bislang Belege nur im Tierversuch mit Ratten. Für den Menschen wurde noch keine Kanzerogenität festgestellt. Allerdings ist bei hohen Dosen und Langzeitanwendung Vorsicht geboten. Vor allem bei Personen mit vorgeschädigter Leber.“

Die Cumarin-Dosis in der Bowle ist für Menschen ungefährlich

Dem Spaß mit der Maibowle tut das keinen Abbruch. Denn in einem Liter des Getränkes sind nach dem Rezept von Frau Prof. König nur etwa drei Gramm Waldmeister enthalten. Da Waldmeister allenfalls ein Prozent Cumarin enthält, sind maximal 30 Milligramm in dem Liter Bowle vorhanden. Das ist unbedenklich. Allerdings sollten 50 Milligramm pro Tag auch nicht überschritten werden. Aber das wären ja schon eineinhalb Liter Bowle. Da hätte man sicher so oder so einen schweren Kopf.

Der Beitrag ist honorarfrei, allerdings nur bei korrekter Quellenangabe: „Pressebüro Hans Wagner (www.pb-hw.de)“. Belege sind erwünscht.

09.05.2006

---
Dieser Beitrag ist honorarfrei, allerdings nur bei korrekter Quellenangabe: "Pressebüro Hans Wagner (www.pb-hw.de)".
Belege sind erwünscht.
© 2006-08 Pressebüro Hans Wagner