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KINDERäRZTE SCHLAGEN ALARM

Schon jedes 7. Kind hat Neurodermitis

Die schmerzhafte Krankheit breitet sich rasant aus - Vererbung, Ernährung und Lebensstil sind die Ursachen - Kinderärzte beraten in Bonn über Gegenmaßnahmen - Interviews mit dem Immunologen Dr. Peter Schleicher und dem Allergologen Dr. Ernst Rietschel

PB-HW - Fachleute aus ganz Deutschland beraten über Maßnahmen gegen die Ausbreitung der schmerzhaften Hauterkrankung Neurodermitis. Sie treffen sich am Samstag, 29. September 2001, beim 2. Neurodermitis-Tag der Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Allergologie (WAPA) im Wissenschaftszentrum Bonn. Kinderärzte, Dermatologen, Immunologen, Genetiker und Psychologen beraten die neuesten Erkenntnisse, die es über diese immer weiter um sich greifende Erkrankung gibt. Wie bei anderen allergischen Erkrankungen (Asthma, Heuschnupfen) hat auch die Zahl der Patienten, die an Neurodermitis erkranken, in den letzten Jahrzehnten weiter stark zugenommen. Heute leiden etwa 15 Prozent aller Kinder (jedes siebte) unter dieser quälenden Erkrankung. Die Mediziner sprechen vom „Atopischen Ekzem“. Es hat sich zur häufigsten chronischen Hauterkrankung der Kinder entwickelt.

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Dr. Ernst Rietschel, Oberarzt an der Allergie- und Asthmaambulanz der Universitätsklinik Köln und 1. Vorsitzender der WAPA weist darauf hin, daß vor allem der Juckreiz behandelt werden muß. Die Neurodermitis beginne meist im Gesicht, an den Armen und Beinen. Die Haut röte sich, werde schuppig und jucke sehr stark. Die Kinder versuchten mit Kratzen ihre Schmerzen zu verringern. Dadurch entstünden immer neue Entzündungsherde. Die Kinder litten oft sehr unter ihrem entstellten Aussehen. Besonders in der Pubertät könne der psychische Druck so stark werden, daß Depressionen und starker Leistungsabfall aufträten.

Vierzig Prozent der Kinder mit Atopischem Ekzem würden in den folgenden Jahren ein Asthma bronchiale entwickeln. Es sei daher eine Aufgabe des behandelnden Arztes, die Eltern diesbezüglich zu beraten. Haustiere, Belastungen mit Hausstaubmilben-allergenen, sowie Passivrauchen sollten in jedem Fall vermieden werden.

Die Behandlung der Neurodermitis - PB-HW im Gespräch mit zwei Experten

„Neue Medikamente geben Anlaß zur Hoffnung“

Dr. Ernst Rietschel, Oberarzt an der Allergie- und Asthmaambulanz der Universitätsklinik Köln und 1. Vorsitzender der WAPA

pb-hw: Wodurch entsteht Neurodermitis?

Dr. Rietschel: Die Veranlagung, an Neurodermitis zu erkranken, wird von den Eltern auf die Kinder vererbt. Einige Gene sind bereits gefunden worden, doch wie viele bei der Entstehung eine Rolle spielen, ist noch nicht geklärt. Sicher ist, dass Kinder, deren Eltern beide an Neurodermitis erkrankt sind, eine Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent für die Entwicklung einer allergischen Erkrankung haben. Wahrscheinlich sind Änderungen unserer Ernährungsgewohnheiten zusammen mit anderen Veränderungen unseres Lebensstils die wesentlichen Ursachen für die Entstehung der Neurodermitis.

pb-hw: Wie stellt man Neurodermitis bei Kleinkindern fest?

Dr. Rietschel: Bei Säuglingen beginnt die Erkrankung meist im Bereich der Wangen und der Streckseiten von Armen und Beinen. Die Haut ist gerötet und schuppig und zeigt wegen des starken Juckreizes häufig Kratzspuren, die sich im weiteren Verlauf auch entzünden können. Spätestens jetzt sollte durch einen in der Behandlung dieser Erkrankung erfahrenen Kinderarzt die Diagnose gestellt werden. Mit Hilfe von Blutuntersuchungen und Hauttesten lassen sich mögliche Allergene - und das sind in 30 Prozent der Fälle Nahrungsmittel - als Mitverursacher feststellen.

pb-hw: Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Dr. Rietschel: Ist ein Nahrungsmittel als Neurodermitis-Auslöser gefunden worden, kann eine Vermeidung schon zu einer deutlichen Besserung der Symptome führen. Weiterhin entscheidend ist eine konsequente Hautpflege mit wirkstofffreien Cremes und Salben, wobei je nach Ausprägung auch Cortison oder andere entzündungshemmende Substanzen vorübergehend notwendig werden. Neue Präparate, wie Tacrolimus und Sycomycin, werden zur Zeit bei Kindern im Rahmen von Studien untersucht und geben Anlaß zur Hoffnung.

„Seit langem bewährt: Allergenvermeidung und Nahrungsergänzung durch Schwarzkümmelöl“

Dr. Peter Schleicher, Immunologe und Arzt für Naturheilverfahren, München

pb-hw: Woher kommt es, daß heute schon jedes 7. Kind an Neurodermitis erkrankt?

Dr. Schleicher: Hauptproblem ist neben der genetischen Veranlagung die Ernährung. Weizen, Kuhmilch, Eier sind häufige Allergieauslöser. Ein großes Problem sind auch fehlende Substanzen, die in industriell erzeugten Lebensmitteln nicht mehr in ausreichender Menge vorkommen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die übertriebene Hygiene in unserer Gesellschaft. Kinder spielen viel zu wenig im Dreck, kommen mit vielen Krankheitserregern zu wenig oder zu spät in Berührung und haben deshalb ein mangelhaft entwickeltes Immunsystem.

pb-hw: Welche Substanzen sind es, die in unseren Nahrungsmitteln fehlen?

Dr. Schleicher: Das sind in erster Linie essentielle, also lebensnotwendige Fettsäuren, die der Körper selbst nicht produzieren kann. Sie müssen mit der Ernährung zugeführt werden. Es handelt sich vor allem um Linolen- und Gamma-Linolensäuren. Diese unverzichtbaren Bausteine sollten Neurodermitiker als wichtige Nahrungsergänzung einsetzen.

pb-hw: Was können Sie empfehlen?

Dr. Schleicher: Diese essentiellen Stoffe sind zum Beispiel in Borretschöl enthalten, und vor allem auch in ägyptischem Schwarzkümmelöl. Dieses sollte allerdings in der Apotheke gekauft werden, da sehr unterschiedliche Qualitäten auf dem Markt sind. Pro Tag sollten dreimal zwei Kapseln davon eingenommen werden.

pb-hw: Was halten Sie von genetischen Möglichkeiten?

Dr. Schleicher: An der Berliner Universitätsklinik Charité hat man kürzlich ein Neurodermitis-Gen entdeckt. Aber es ist einfach noch zu früh, um schon wirklich Hoffnungen wecken zu können. Wir arbeiten seit langem sehr erfolgreich mit Allergenvermeidung durch entsprechende Nahrungsauswahl und mit Nahrungsergänzung durch das genannte Schwarzkümmelöl.

15.09.2001

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